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Ayurvedische Heilpflanze mit Superkräften: Was ist Ashwagandha?

April 1, 2021

Die vielen Namen der Winterkirsche

Die Winterkirsche, eine traditionell ayurvedische Heilpflanze, wächst in Afrika, China, Vorder- und Südasien, aber auch auf den Kanaren und Kapverden, in Spanien, Griechenland, Sizilien und Sardinien und wird auch als Indischer Ginseng bezeichnet. In Sanskrit trägt sie den schönen Namen Ashwagandha, was übersetzt so viel wie „Geruch des Pferdes“ bedeutet. Wo diese Bezeichnung herkommt, ist bis heute nicht wirklich belegt. Wir deuten es aber so wie viele andere: Ashwagandha steht für eine Pflanze, die Stärke in uns weckt und uns Kraft und Vitalität verleiht. Eine echtes Powerkraut also.

Entsprechend ihrem botanischen Namen Withania somnifera (sominfera = schlafbringend) wird die Ashwagandha Pflanze, die in der ayurvedischen Medizin schon seit über drei Jahrtausenden bekannt ist, hierzulande auch die Schlafbeere genannt – aus einem einfach Grund. Sie wirkt sich positiv auf unser Schlafverhalten aus und beruhigt Körper und Geist. Und das ist noch längst nicht alles. Was Ashwagandha kann, wie die Pflanze aussieht und verwendet wird und wie das vielseitige Heilkraut auf uns wirkt, haben wir hier gerne für euch zusammengefasst.

Die Ashwagandha Pflanze – von der Wurzel bis zur Beere

Ash­wa­gan­dha gehört zur Fami­lie der Nacht­schat­ten­ge­wäch­se. Die Heilpflanze ist klein bis mittelgroß, buschig und eigentlich eher unscheinbar – bis auf die knallroten 5-8 mm großen Beeren, die in kleinen Lampions stecken und uns an die Physalis erinnern, mit der sie auch verwandt ist. Die Schlafbeere blüht von Juli bis September und ist mehrjährig, jedoch nicht winterhart. Zwar finden die pelzigen Blätter, die Stiele und auch die Beeren Verwendung, die entscheidenden heilbringenden Eigenschaften stecken jedoch in der Wurzel.

Während in der ayurvedischen Medizin zum Beispiel auch die bitteren Beeren mit Pfeffer und Rohrzucker in Milch aufgekocht werden, werden in der Regel aber hauptsächlich Wurzel und Blätter zu Pulver verarbeitet. Dabei wird die Wurzel getrocknet und schonend vermahlen. Hier in der Wurzel stecken die Withanolide, die für das breite Wirkungsspektrum von Ashwagandha verantwortlich sind.

Kurzer Ausflug in die Chemie? Withanolide steht für eine Gruppe an natürlich vorkommenden chemischen Verbindungen. Diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe werden hauptschlich in Nachtschattengewächsen wie Ashwagandha gefunden.

Neben den Withanoliden enthält Ashwagandha auch Alkaloide, Cholin, Fett- und Aminosäuren. Die Winterkirsche zählt zu den sogenannten Adaptogenen – eine alternativmedizinische Bezeichnung für biologisch aktive Pflanzenstoffe, die dem Organismus helfen sollen, sich erhöhten körperlichen und emotionalen Stresssituationen anzupassen.

Die Ashwagandha Wirkung: Wofür ist die Winterkirsche bekannt?

Ashwagandha ist ein echtes Powerkraut, eine Superpflanze und eine ayurvedische Wunderbeere.

So hilft uns das vielseitige Heilkraut bei Nervosität und innerer Unruhe, stärkt unser Herz, lindert unseren Stress und kann mitunter Ängste lösen und sogar als pflanzliches Antidepressivum eingesetzt werden. Die Winterkirsche wirkt beruhigend, sie fördert den Schlaf, kurbelt unseren Verdauungstrakt an, ist sogar als traditionelles Aphrodisiakum bekannt und soll potenzsteigernd wirken. Auch bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion oder Hashimoto wird Ashwagandha ergänzend eingesetzt.

Als Indischer Ginseng bezeichnet, nimmt sie im Ayurveda eine ähnliche Rolle ein wie der Ginseng in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Ashwagandha ist gut verträglich und wirkt vielseitig und zuverlässig. Auch Alterungsvorgänge werden gebremst, die Stresstoleranz, Leistungsfähigkeit und Konzentration erhöht. Im Ayurveda spricht man davon, dass typische Vata-Störungen ausbalanciert werden, also Ängste, Sorgen, Schlaf- und Verdauungsstörungen und emotionale Verstimmungen. Die Winterkirsche schafft es mit ihrer Wirkungskraft, dieses Vata-Dosha wieder zu besänftigen. Körper und Geister lernen, mit Stress umzugehen und inneren Frieden und Gelassenheit zu finden. Schlaffördernd, angstlösend, entzündungshemmend, regenerierend, beruhigend, ausgleichend und stressmindernd: Diese Wunderbeere kann eigentlich fast alles. Es gibt kaum Hinweise darauf, dass Ashwagandha Nebenwirkungen hervorruft, solange man die empfohlene Dosierung nicht überschreitet. Lediglich von einer Verabreichung an schwangere Frauen und Kinder wird (ähnlich wie bei Ginseng) abgeraten, weil es dazu kaum Studien gibt. Menschen, die an Autoimmunkrankheiten leiden, sollten auf die Einnahme von Ashwagandha (wie auch andere Nachtschattengewächse) allerdings unbedingt verzichten.

Ashwagandha Pulver 

Ashwagandha Pulver wird aus den Wurzeln der Winterkirsche hergestellt. Diese werden behutsam gepflückt, schonend getrocknet und gemahlen. Das Pulver wird zum Beispiel in Form von Kapseln verarbeitet, aber auch als Tee und als Beilage zu Joghurts und Smoothies verwendet. Darüber hinaus wird Ashwagandha Pulver auch in warme Milch gerührt.

Eine warme Milch vor dem Schlafengehen kennen viele noch aus der Kindheit. Sie lässt Klein wie Groß zur Ruhe kommen, wärmt und entspannt von Innen, schmeckt und steigert unser Wohlbefinden. Anders gesagt: Sie tut einfach gut.


Unsere Kräutermischung „Moon Milk“ besteht hauptsächlich aus Ashwagandha Pulver. In warme Hafermilch eingerührt, wirkt sie schlaffördernd und entspannend und wird deshalb gerne am Abend getrunken. Für ein wohlig-warmes Gefühl vor dem Schlafengehen, einen gesunden Schlaf und einen ausgeglichenen Start in den nächsten Tag. Das Rezept für Moon Milk findest du übrigens auch im Blog.

Quellen:

  • www.kraeuter-buch.de/kraeuter/Ashwagandha.html
  • www.krautstecher-ruam.de/ashwagandha-pflanze/
  • www.ahead-nutrition.com/blogs/ernaehrung/ashwagandha-schlafbeere-wirkung-anwendung
  • de.wikipedia.org/wiki/Schlafbeere
  • www.xbyx.de/magazin/ashwagandha-rund-um-wechseljahre-und-balance/
  • www.gesund-vital.de/ashwagandha-wurzel
  • www.ihre-heilpraktiker.berlin/2016/04/ashwagandha-kann-bei-angststoerungen-und-depressionen-helfen/

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