{"id":2317,"date":"2021-07-17T14:57:42","date_gmt":"2021-07-17T13:57:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/?p=2317"},"modified":"2024-04-03T13:36:34","modified_gmt":"2024-04-03T12:36:34","slug":"der-fruehe-vogel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/kolumne\/der-fruehe-vogel\/","title":{"rendered":"Der fr\u00fche Vogel"},"content":{"rendered":"\n<p>Kolumne von Pilar Hammerl <\/p>\n\n\n\n<p>Was haben der Dalai Lama, Madonna, Jennifer Aniston und die Gr\u00fcnder von Twitter gemeinsam? Man w\u00fcrde sie zweifellos als erfolgreich oder ber\u00fchmt bezeichnen. Aber darauf m\u00f6chte ich nicht hinaus. Sie alle stehen fr\u00fch auf, wenn andere noch schlafen, um zu <a href=\"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/kolumne\/ich-habe-wirklich-an-alles-gedacht-nur-nicht-an-nichts\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">meditieren<\/a>, Yoga zu praktizieren oder den Tag mit einem Fitnessprogramm zu beginnen. Heutzutage wird dies oft als &#8222;produktive Morgenroutine&#8220; bezeichnet. Meine Gro\u00dfmutter nennt es einfach &#8222;Morgenstund hat Gold im Mund&#8220; oder &#8222;der fr\u00fche Vogel f\u00e4ngt den Wurm&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Als ich vor \u00fcber einem Jahr begann, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, bemerkte ich recht schnell, dass meine \u201eMorgenroutine\u201c vielleicht nicht die produktivste ist. Denn ich startete lange Zeit meinen Tag mit dem Handy in der einen und dem Kaffee in der anderen Hand. Ich checkte, was \u00fcber Nacht auf der Welt passiert ist, las meine verpassten WhatsApp-Nachrichten, antwortete auf die ersten E-Mails und verteilte Likes an wildfremde Menschen auf Instagram.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht selten f\u00fchlte ich mich danach alles andere als fit oder gut. Vielmehr war ich schon morgens unruhig. Denn ich hatte bereits in den ersten Minuten meines Tages das Gef\u00fchl, auf s\u00e4mtliche Ereignisse reagieren zu m\u00fcssen. Ich war nicht bei mir, sondern lies mich direkt von \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden berieseln.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Exkurs Smombiekalypse<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Und scheinbar war ich mit meinem unproduktiven Start in den Tag nicht alleine. Eine\u00a0Umfrage von Deloitte\u00a0zeigt, dass knapp die H\u00e4lfte aller Deutschen schon in den ersten 15 Minuten nach dem Aufstehen den ersten Blick auf das Smartphone wirft.  Die Folgen? \u201eSmombiekalypse\u201c. So witzelt die Welt online und spielt auf die Wortsch\u00f6pfung zwischen Smartphone und Zombie an. Das Jugendwort 2015 veranschaulicht die ganze Problematik ziemlich bildhaft. Denn sobald man die Nachteile von \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Smartphone-Benutzung recherchiert, st\u00f6\u00dft man auf eine lange Liste negativer Effekte, die uns wirklich in einen zombieartigen Zustand bef\u00f6rdern k\u00f6nnen. Schlafprobleme, Konzentrationsschw\u00e4che und Schwierigkeiten bei Probleml\u00f6sungen oder der Entscheidungsfindung sind nur einige davon.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war schnell klar, dass mein Handy fortan mindestens eine halbe Stunde nach dem Aufstehen im Flugzeugmodus bleiben wird. Das war der Start f\u00fcr meine Suche nach einer produktiveren Morgenroutine. Meine Reise begann nat\u00fcrlich im Netz. Ich \u00fcberflog einige Artikel und Meinungen zu dem Thema, lauschte diversen Podcasts und hielt schlussendlich das Buch \u201eThe 5am Club  von Robin Sharma in den H\u00e4nden. Die Unterzeile: &#8222;Gestalte deinen Morgen und in deinem Leben wird alles m\u00f6glich&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<h2><strong>Willkommen im 5am Club<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Unterhaltsam in eine Jetset-Geschichte verpackt, zeigt Sharma auf, warum die ersten Stunden am Tag so wichtig sind. Seine entwickelte Morgenroutine empfiehlt ein Programm, das sich aus 20 Minuten Sport, 20 Minuten Reflektion und Visualisierung der eigenen Ziele und 20 Minuten aus Weiterbildung, in Form von neuen Podcasts, Zeitungen oder B\u00fcchern besteht. Sharma ist davon \u00fcberzeugt, dass die \u201eheilige Stunde\u201c zwischen 5 und 6 Uhr morgens der Schl\u00fcssel zum Erfolg ist. In diesem Zeitfenster h\u00e4tten wir den besten Fokus, die gr\u00f6\u00dfte Willenskraft und die meiste Energie, so der Bestsellerautor. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben um f\u00fcnf Uhr morgens aufzustehen, obwohl ich normalerweise erst zwischen acht und neun Uhr ins B\u00fcro gehe, stellte ich mir alles andere als energiespendend vor \u2013 und das, obwohl ich eigentlich ein totaler Morgenmensch bin. Dennoch wollte ich das Experiment aus Neugier wagen. Also klingelte der Wecker um exakt f\u00fcnf Uhr morgens. Zugegeben, die Uhrzeit hatte was. Alles war so ruhig. Alles schlief. Nur ich nicht. Denn ich war bereits aktiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Stolz, aber m\u00fcde wackelte ich auf meine Yogamatte und versuchte 20 Minuten in Bewegung zu bleiben. Ich bin sicher, mein &#8222;herabschauender Hund&#8220; sah schon mal professioneller aus. Danach setzte ich mich an meinen Tisch und kritzelte mit einem Kuli meine kurzfristigen und langfristigen Ziele in ein Notizbuch. Getreu dem Schema 20-20-20 meldete ich mich nach meiner Journaling-Runde bei Blinklist an und begann nach Sachb\u00fcchern zu suchen, die mich interessierten. Dann war es endlich sechs Uhr und ich f\u00fchlte mich erleichtert, denn ich hatte die erste To-Do-Liste des Tages erfolgreich abgearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach vier Tagen als Member im &#8222;5am Club&#8220; stellte ich mir die Frage, ob das wirklich der Sinn und Zweck der Sache sei? Die Aufgaben an f\u00fcr sich waren nicht das Problem. Aber alles f\u00fchlte sich so durchgetaktet an. Wollte ich direkt am Morgen schon die erste To-Do-Liste abarbeiten? Ich entschied mich dagegen und beendete meine Mitgliedschaft im Club der &#8222;extremen Fr\u00fchaufsteher&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Seitdem sind knapp eineinhalb Jahre vergangen und ich habe mittlerweile meine ganz eigene Morgenroutine \u2013 wenn man das so nennen kann \u2013 gefunden. Sie variiert von Zeit zu Zeit, denn ich mache genau das, wonach ich mich f\u00fchle. An manchen Tagen springe ich auf meine Yogamatte und mache ein kurzes Workout, manchmal meditiere ich und manchmal bleibe ich auch einfach l\u00e4nger im Bett liegen und denke daran, was ich mir f\u00fcr heute alles vornehme. Das Handy bleibt allerdings in allen F\u00e4llen aus. Denn das hat f\u00fcr mich den Unterschied gemacht. Ich bin nicht mehr aufs Reagieren gepolt, sondern auf aktives Entscheiden. Meine Gedanken drehen sich nicht mehr direkt um andere, sondern um mich. <\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4tte mir jemand vor einem Jahr gesagt, dass ich warmes Zitronenwasser anstelle von  Kaffee trinke und den Tag nicht  mit meinem Handy in der Hand an meinem Schreibtisch starte, sondern in Bewegung, ich h\u00e4tte es nicht geglaubt. Aber Gewohnheiten lassen sich leicht \u00e4ndern.  Man muss sich nur daf\u00fcr entscheiden und einfach starten. <\/p>\n\n\n\n<p>Wer also gerne morgens fitter und energiegeladener in den Tag starten m\u00f6chte, sollte damit beginnen, seine eigene Morgenroutine zu reflektieren und sich zu hinterfragen: \u201eWas davon tut mir wirklich gut und was f\u00fcr ein Mensch m\u00f6chte ich sein?\u201c Seid dabei ehrlich zu Euch selbst und findet dann eure ganz eigene Routine. Denn vor lauter tollen Ratschl\u00e4gen und How-To\u2019s,  vergessen manche worum es wirklich geht: um den eigenen Lebensstil. Und dieser l\u00e4sst sich nicht verallgemeinern. Nicht jeder m\u00f6chte seine morgendlichen Gewohnheiten bis ins letzte Detail durchtakten und optimieren. Und das ist auch v\u00f6llig okay. Stattdessen sollte jeder f\u00fcr sich rausfinden, wie er in den Tag starten m\u00f6chte. Und das darf ganz entspannt passieren, ohne dass wir uns in irgendwelche Routinen pr\u00fcgeln lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne: Einen wundersch\u00f6nen guten Morgen! W\u00fcnscht ihn euch nicht nur, sondern habt ihn einfach!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\" style=\"flex-basis:100%\">\n<p><strong>Du bist auf der Suche nach Ideen und Anregungen, wie Du deinen Tag aktiver beginnen kannst? Wir haben ein paar Anregungen und Ideen zusammengestellt, die Dir dabei helfen sollen, Deine ganz pers\u00f6nliche Morgenroutine zu finden. <a href=\"https:\/\/www.tantefine.de\/blog\/alle-beitraege\/tipps-fuer-deine-morgenroutine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Beitrag geht es hier entlang. <\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumne von Pilar Hammerl Was haben der Dalai Lama, Madonna, Jennifer Aniston und die Gr\u00fcnder von Twitter gemeinsam? Man w\u00fcrde sie zweifellos als erfolgreich oder ber\u00fchmt bezeichnen. Aber darauf m\u00f6chte ich nicht hinaus. Sie alle stehen fr\u00fch auf, wenn andere noch schlafen, um zu meditieren, Yoga zu praktizieren oder den Tag mit einem Fitnessprogramm zu beginnen. Heutzutage wird dies oft als &#8222;produktive Morgenroutine&#8220; bezeichnet. 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