Das Hortus Netzwerk – Vielfalt, Schönheit, Nutzen

Donnerstag, 5. Juli 2018 13:18:16 Europe/Berlin


Die Natur liegt uns sehr am Herzen. Denn Leben ist kostbar. Pflanzen, Tiere, Menschen – sie alle sind eingebunden in die unglaubliche Kraft der Natur. Sie folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten und unterliegen denselben Naturgesetzen.

Alle diese Lebewesen brauchen einen Lebensraum. Und der wird aktuell vielen Tieren leider entzogen. Zu viel Beton, zu viel Rasenfläche, Monokulturen – und zu wenig naturnaher Lebensraum.

Dabei kann jeder von uns etwas dafür tun, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Das geht sogar auch schon auf einem kleinen Balkon.

Wer sich für das Thema interessiert und vielleicht ein paar Anregungen braucht, wie man seine Flächen umgestalten kann, der findet sie im Hortus Netzwerk.

Eine Bewegung, die vor allem in Deutschland immer mehr Anhänger findet. Sie etabliert sich aber gerade auch schon in Österreich, der Schweiz und Frankreich. Und jüngst wurde der erste Hortus auch in Amerika umgesetzt. Und täglich werden es mehr.

Initiator dieses Hortus-Netzwerkes ist Markus Gastl.
Alles begann im Jahr 2000 mit einer Reise. 2,5 Jahre war er mit dem Fahrrad unterwegs. 42.000 km hat er in dieser Zeit zurückgelegt. Es ging entlang der Panamericana durch Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Peru, Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, USA und Kanada.

Diese Reise hat das weitere Leben von Markus nachhaltig beeinflusst. Denn ihm wurde klar, dass er ein Teil dieser unendlich vernetzen Welt ist. Dass alles ineinander verwoben ist und jede Veränderung auf der einen Seite, eine Veränderung auf der anderen bewirkt.

Markus Gastl möchte der Natur Raum zurückgeben, einen kleinen Beitrag leisten in dieser Welt. Und so legte er nach seiner Rückkehr nach Deutschland seinen ersten Hortus an. Der Hortus Insectorum – der „Garten der Insekten“ wurde geboren. 7.500 m² werden in ein Paradies für Tiere und Pflanzen umgestaltet. Hier bekommt Vielfalt einen Raum und die Natur darf sich entfalten.


Aber was ist denn nun ein Hortus?


Ein Hortus ist ein Drei-Zonen-Modell. Es kann für jeden Gartenbesitzer hilfreich sein, um den eigenen Garten zu verbessern und naturnah zu gestalten.

Die Pufferzone

Sie umgibt den Garten und grenzt ihn nach außen hin durch eine ein- oder mehrreihige Hecke aus einheimischen Sträuchern ab. Zusätzliche Naturmodule wie Reisighaufen, Totholzstämme, Steinhaufen und Sandhügel schaffen weiteren Lebensraum, der vielen Tieren Schutz und Nahrung bietet.



Die Hotspotzone
In dieser Zone herrscht die Vielfalt! Die auf abgemagerten Böden wachsenden Blumenwiesen und die Steingartenanlagen zeichnen sich durch eine besonders hohe Artenzahl von Tieren und Pflanzen aus.



Die Ertragszone mit Gemüse- und Kräuterbeeten, Beerensträuchern etc. mit ihrem gut gepflegten Boden schenkt uns gesunde und reichhaltige Ernten.



Nicht in jedem Garten kann man diese Zonen optimal verteilen. Das macht aber nichts. Wichtig ist nur, dass alle drei Zonen vorhanden sind. Denn nur dann kann das gesamte System in sich wirken und die Vorteile entfalten.

Pflanzenschutzmittel, Pestizide, Chemie, Schneckenkorn und künstliche Dünger werden selbstverständlich nicht in einem Hortus eingesetzt. Alle Zonen sind miteinander vernetzt und stabilisieren sich gegenseitig, so dass es kaum Schädlingsbefall gibt.





Wo bekomme ich mehr Infos?


Hier geht's zum Buch vom Drei-Zonen-Garten
Das Konzept ist so einfach und gut verständlich, dass man nach der Lektüre direkt loslegen kann.

Aber auch ein Blick ins Netzwerk lohnt sich, um sich dem Thema zu nähern. Mittlerweile gibt es dort schon über 5.000 Mitglieder, die sich auf Facebook austauschen und sich gegenseitig Tipps geben.
Hier geht es direkt zum Facebook Hortus-Netzwerk

Es herrscht ein freundlicher Umgangston und die Hilfsbereitschaft ist sehr groß. Jeder der neu dazu kommt und Fragen hat, wird gerne beraten und mit Ideen unterstützt.
Wer sich nicht auf Facebook tummelt, kann sich auch in diesem Forum schlau machen:
Hier der Link zum Hortus-Netzwerk

Und natürlich öffnen auch viele Hortusianer gerne ihre Pforten und zeigen, was und wie sie es umgesetzt haben.

Wir hoffen, dass wir vielleicht mit diesem Beitrag ein bisschen neugierig machen konnten. Und sich vielleicht der ein oder andere jetzt überlegt, wie auch er seinen Garten umstellen kann. Denn das Wunderbare an diesem Prinzip ist ja auch, dass man es auf kleinster Fläche schon umsetzen kann. Egal, ob auf einem Balkon oder einem Geländer mit mehreren Hektar Land.

Jeder kann das ganz im Rahmen seiner Möglichkeiten umsetzen und sich täglich dran erfreuen. Denn eines ist immer gleich: Sobald sich die ersten Erfolge einstellen und die ersten neuen Bewohner im Garten auftauchen, sobald die Vielfalt langsam Einzug hält, ist es um die meisten geschehen.

Die Geschichte des Netzwerks gibt es ausführlich auf der Website von Markus Gastl unter www.hortus-insectorum.de
Ach übrigens hat Markus jüngst die „Bayerische Staatsmedaille für herausragende Verdienste um die Umwelt“ verliehen bekommen.

Für den Anfang sollten diese Informationen erstmal reichen. Etwas später werden wir hier im Blog noch auf ein paar Horti näher eingehen.
Posted in Finespezial By

Britta Balling