Pastinaken – ein leckeres und gesundes Wintergemüse

Dienstag, 22. Januar 2019 10:00:18 Europe/Berlin

Sie sehen aus wie weiße Karotten und ähneln der Petersilienwurzel sehr. Es ist ein altes Gemüse, was schon seit der Antike in Europa kultiviert wurde. Pastinaken haben einen süßlich würzigen Geschmack und werden im Herbst oder gar nach den ersten Frösten geerntet. Sie zählen also zu den Wintergemüsen.

Die Pastinake wurde 2011/2012 durch den Verein zur Erhaltung der Nutzenvielfalt (VEN) in Deutschland sogar zum „Gemüse des Jahres“ gekürt.

Das freut uns sehr, denn sie war ein bisschen in Vergessenheit geraten. Gut also, dass sie jetzt auch von Gourmets wiederentdeckt wurde und man sie inzwischen wieder auf dem Markt findet. Denn sie schmeckt nicht nur sehr lecker, sondern wird auch wegen ihrer heilenden Inhaltsstoffe geschätzt. Ihr Saft wurde beispielsweise bereits in früher Zeit gegen die Pest verabreicht – daher rührt der Beiname Pestnacke.



Heute freuen wir uns, dass wir mit der Pastinake ein kalorienarmes Gemüse auf dem Speiseplan finden. Sie schmeckt ein bisschen wie eine Mischung aus Karotten und Kartoffeln. Allerdings ist ihr Ballaststoffgehalt vier Mal höher als bei der Möhre. Auch ihr Kaliumgehalt ist erwähnenswert. Ihr Nährwert von 60 kcal / 100 g dagegen ist erfreulich gering.

Pastinaken können roh als Salat gegessen werden – oder gekocht als Gemüse, Suppeneinlage oder als Brei. Sie ist besonders nitratarm und deswegen auch als Babykost sehr beliebt. Sie wird oft als Schonkost verarbeitet. Die Pastinakenblätter dagegen können hervorragend zum Würzen verwendet werden.

Inhaltsstoffe

Pastinaken bieten viele Ballaststoffe, Mineralstoffe (Kalzium und Phosphor), Folsäure und wertvolle Aminosäuren. Ihr Kaliumgehalt ist hoch und sie versorgt uns zusätzlich mit Vitamin C, D und E. Zusätzlich enthält dieses Wurzelgemüse ätherische Öle und wirkt antibakteriell.

Sie ist fettarm, enthält jedoch viele Kohlenhydrate. Das macht sie zu einem perfekten Sattmacher.



Heilwirkung

Aufgrund ihrer guten Inhaltsstoffe ist die Pastinake auch als Heilmittel beliebt.
Ihre ätherischen Öle wirken antibakteriell und stärken das Immunsystem. Durch ihre vielen Faserstoffe unterstützt sie die natürliche Darmbewegung und wirkt positiv auf unsere Darmflora. Der Magen-Darm-Trakt entkrampft und beruhigt sich.

Sie regt außerdem den Appetit an, senkt den Cholesterinspiegel und durch die Erhöhung der Handmenge regt sie die Nierentätigkeit an. Man sagt ihr außerdem nach, dass sie die Nerven beruhigt, Fieber senkt und Schmerzen lindert.



Anwendung

Aus allen Teilen der Pastinake kann man einen Tee kochen, um von der Heilwirkung dieses Wurzelgemüses zu profitieren. Bis zu dreimal täglich kann bedenkenlos ein Pastinaken-Tee getrunken werden.

Zerkleinere die frischen Blätter der Pastinake und koche 10 Minuten eine Hand voll davon in 1 Liter Wasser. Dann abseihen und den Tee trinken. Er hilft bei Magen- und Nierenproblemen oder auch bei Schlafstörungen. Hat man keine frischen Blätter zur Verfügung, so kann stattdessen auch 1 EL getrockneter Blätter verwendet werden.

Auch aus den Pastinaken-Früchten kann ein Tee zubereitet werden. Dafür wird ½ TL frisch geernteter Früchte (Samen) mit 200ml kochendem Wasser übergossen. Etwa 7 Minuten ziehen lassen, dann abgießen. Auch das Kondenswasser in den Tee abtropfen lassen.

Am besten noch etwas Vollmilch (oder eine pflanzliche Alternative) oder Sahne mit in den Tee geben. So können die ätherischen Öle besser verwertet werden. Dieser Tee wirkt appetitanregend, magenberuhigend, entwässernd.

Aber auch aus den feingeschnittenen Wurzeln kann man einen Teesud brühen. Dieser wirkt harntreibend und krampflösend. Deswegen wird er gerne bei Nieren- und Gallensteinen oder Magenbeschwerden getrunken.

Posted in Finegesund By

Britta Balling