In der Leere entsteht Neues. Es ist wie bei einem weißen Blatt Papier, das darauf wartet, durch den richtigen Pinselstrich ein frisches Gesicht zu bekommen. Ist der Körper einmal „ausgeputzt“, gereinigt von Gift- und Schadstoffen, ist er bereit, mittels vollwertiger und bewusster Ernährung, einen anderen Weg Richtung Gesundheit einzuschlagen.



Fasten ist eine Herausforderung – körperlich sowie mental – und fasziniert seit jeher die Menschheit. Vor über hundert Jahren gab es sogenannte „Hungerkünstler“, die als Attraktion ihren Hunger zur Schau stellten. In Europa und Deutschland gab es einen regelrechten Boom an solchen Veranstaltungen. Das Eintrittsgeld der zahlreichen Besucher diente als Gage für die gefeierten Helden, die meist um die vierzig Tage nur mit Wasser auskamen und dabei von Ärzten begleitet wurden. Viele glaubten, es handele sich hierbei um übernatürliche Kräfte der Darsteller dieser „brotlosen Kunst“, die unter anderem im Zoo oder Rathäusern verweilten. Damals wusste man nicht, dass bereits nach mehreren Tagen ohne Nahrung die Hungergefühle weniger werden und der Körper Hormone ausschüttet, die einen leichten Rauschzustand, gar eine Euphorie erzeugen, trotz schwindender Kräfte.

Im Gegensatz zu unfreiwillig Hungernden, die psychisch deutlich mehr leiden, gibt Fasten einen geistigen Kick, der durch richtige Impulse vielseitig genutzt werden kann. Das Ziel des Heilfastens ist nicht etwa die Gewichtsreduktion, sondern wieder auf die Stimme seines Körpers zu hören und ihn besser zu verstehen, damit er seine Selbstheilungskräfte aktiviert. Und dafür sind Anreize für Körper, Geist und Seele erforderlich.

Nachweislich lindert Heilfasten Beschwerden bei Rheuma, Gicht, Hautkrankheiten, Migräne und Diabetes Typ 2. Es gibt viele Kuren, die im Namen das Wort „Fasten“ tragen, aber eher reine Ernährungsformen oder Diäten sind, weil der Körper nicht auf den reinigenden Fastenstoffwechsel umstellt. Doktor Otto Buchinger – der Begründer der am häufigsten angewandten Fastenmethode – gründete 1920 die erste Heilfastenklinik in Deutschland. Der Internist testete diese Form des Fastens an sich selbst und erzielte bei seinem Gelenkrheuma gute Erfolge. Es handelt sich bei der Buchinger-Fastenart, um eine reine Trinkkur auf der Basis von Gemüsebrühe, Säften und Tees. Der Vorteil ist, quälender Hunger hat keine Chance, da dies keine Nulldiät ist und der Körper täglich 200 bis 300 Kalorien aufnimmt. Eine Mischung aus ausreichender Bewegung und Entspannung sind Teil der richtigen Herangehensweise bei dieser Methode und seit über 80 Jahren vertrauen Ärzte und Praktizierende auf das Wissen dieses Mannes. Verzicht ist eine lohnende Selbsterfahrung, es kräftigt die Psyche und macht stark für Herausforderungen des Alltags.



Es gibt ganz unterschiedliche Methoden des Fastens

Menschen haben verschiedene Motivationen, warum sie fasten möchten. Der eine möchte vorrangig abnehmen, der andere macht es zur körperlichen und auch seelischen Reinigung. Andere möchten einfach den Fokus auf sich selbst richten und durch das Fasten wieder zu sich selbst finden.

Natürlich müssen beim Fasten auch die Lebensumstände berücksichtigt werden. Nicht alle Menschen können für eine bestimmte Zeit auf jegliche Nahrung verzichten, wenn sie gleichzeitig im Job oder als Mutter / Vater funktionieren müssen.

So hat jeder, der sich für dieses Thema interessiert auch die Möglichkeit die Variante zu wählen, die am besten zu ihm und seinem Leben passt. Es sind auch die aufgeführt, die nicht gänzlich auf Nahrung verzichten, sondern die Nahrungszufuhr reduzieren. Denn auch bei diesen Methoden kommt man dem Ergebnis des Fastens nahe.



Heilfasten nach Buchinger

Der deutsche Arzt Dr. Otto Buchinger gilt als Vorreiter. Er hat seine eigenen Rheuma-Beschwerden durch Fasten gelindert.
Seine Kur umfasst 1-3 Entlastungstage, die den Körper vorbereiten. Dann starten nach einer Darmentleerung etwa 5-7 Fastentage ohne feste Nahrung. Man kann jedoch von einer Trinkkur sprechen, denn Wasser, Tee, verdünnte Säfte und Gemüsebrühe sind erlaubt. Aber auch täglicher Sport gehört zu dieser Methode dazu. Im Anschluss gibt es Aufbautage, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Fastenkur nach Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (geboren 1098) hat sich zeitlebens mit Heilkräutern und Medizin beschäftigt. Es liegt also nahe, dass sie sich auch mit dem Thema Fasten auseinandergesetzt hat.
Schon im 12. Jahrhundert entwickelte sie strenges Fasten ohne feste Nahrung. Hier gibt es ausschließlich frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte, Kräutertees und Brühe. So wie auch bei Dr. Buchinger.
Es gibt aber auch andere Methoden von ihr. Sie reichen von dem Dinkel-Obst-Gemüse-Fasten, über die Dinkel-Reduktionskost bis zum Dinkelbrot-Fasten. Für sie ist Dinkel eines der heilsamsten Nahrungsmittel.

Intermittierendes Fasten

Spätestens seitdem Eckhard von Hirschhausen mit dem Intervallfasten 10kg abgenommen hat, kennt diese Methode fast jeder.
Im Grunde darf man essen, was man möchte – aber eben nur in einem bestimmten Intervall. Es wird 16 Stunden auf Nahrung verzichtet. Nur Wasser und Tee sind erlaubt. Dadurch wird kurzfristig der Stoffwechsel verändert.
Alternativ zu dem 16-Stunden-Fasten kann man stattdessen an 2 Tagen der Woche fasten, während man an 5 Tagen ganz normal isst.

Suppenfasten, Saftfasten oder Molkefasten

Es ist eine ähnliche Methode, wie die von Dr. Buchinger. Denn auch hier ist es eine Trinkkur, bei der täglich 1-2 leicht gesalzene Gemüsesuppen getrunken werden – oder beim Saftfasten entsprechend ausschließlich frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte. Stilles Wasser darf und sollte bei beiden Kuren viel getrunken werden.
Das gilt auch bei der Molkekur, bei der täglich etwa 1 Liter eiweiß- und vitaminhaltige Molke getrunken werden.

Teefasten

Das ist wohl die strengste Form des Heilfastens. Hier ist nur Wasser und Tee erlaubt.
Deswegen ist sie entsprechend anstrengend, aber auch effektiv für den Körper. Sie sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Denn es können natürlich entsprechende Nebenwirkungen auftreten.



Die Kräutertees von Tante Fine eignen sich auf jeden Fall besonders gut. Der BESSERFÜHLER und der BAUCHSTREICHLER passten perfekt zur Fastenkur.

Fastenkur nach Franz Xaver Mayr (F. X. Mayr-Kur)

Der österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875–1965) hat die Zusammenhänge zwischen Darmgesundheit und Wohlbefinden herausgefunden und eine Kur daraus entwickelt. Die kennt man oft unter dem Namen „Milch-Semmel-Kur“ – wobei sie mittlerweile umgestellt wurde, da Weizenmehl und Kuhmilch heute gemieden werden.
Jetzt wird Gebäck aus Dinkel- oder Buchweizenmehl, sowie Suppen oder Produkte aus Ziegenmilch gegessen. Tee und Wasser gibt es auch hier begleitend.
Der Fokus dieser Kur liegt auf dem langen Kauen der Nahrung. Damit werden der Speichelfluss und die Verdauung angeregt.

Die Schrothkur

Die Schrothkur kann man eher als Diät beschreiben. Es wird nicht im eigentlichen Sinne gefastet. Es gibt während dieser Zeit eine kalorienreduzierte, vegetarische Low-Carb-Diät. Begleitet wird das Essen mit Trocken- und Trinktagen in einem bestimmten Rhythmus.
Gleichzeitig wird die Entschlackung und der Stoffwechsel mit Dunstwickeln unterstützt. Deswegen findet eine Schrothkur meist in einer Kurklinik oder einem Gesundheitshotel statt.

Basenfasten

Hier wird gegessen – aber die Ernährung auf basische Lebensmittel umgestellt. 3x täglich darf Obst, Salat und Gemüse verzehrt werden.
Diese Kur wird oft mit Sport, Leberwickeln, Massagen begleitet. Auch Basenpulver darf bei der Entsäuerung des Körpers unterstützen.


Für welche Methode auch immer Du Dich entscheidest – wende sie umsichtig an und bereite Deinen Körper Schritt für Schritt darauf vor.