Äpfel kennt jeder. Klar. Aber kaum jemand weiß, was ihm alles nachgesagt wird. Unglaublich, was diese Frucht alles kann.
Nachdem wir also am Hof jeder Menge Äpfle geerntet – und teilweise auch schon verarbeitet haben – wollten wir es genauer wissen.





Der Apfel ist wohl die wichtigste mitteleuropäische Frucht. Zwar stammt er ursprünglich aus Asien, doch schon im Mittelalter wurde er auch in unserer Gegend heimisch und ist heute in etlichen Gärten zu finden. Er lässt sich enorm gut einlagern und gibt uns so die Möglichkeit, Vitamine mit in die kalte Jahreszeit zu nehmen. Tatsächlich bekommt man Äpfel während des ganzen Jahres frisch angeboten.

Zum Glück! Denn er ist ein „Retter“ in allen Lebenslagen: als Zwischenmahlzeit, wenn der kleine Hunger kommt, als Energiespender beim Formtief und perfekt als Durstlöscher. Gut also, wenn man immer einen Apfel dabei hat.

Es gibt in Deutschland sage und schreibe etwa 2.000 Apfelsorten. Weltweit findet man sogar mehr als 30.000 Apfelsorten. Das ist eine unglaubliche Vielfalt. Von der man allerdings im Supermarkt nicht viel mitbekommt. Dort beschränkt sich die Auswahl natürlich auf die gängigsten Sorten.

Die Apfelsorten

Die Früchte unterscheiden sich nicht nur in ihrer Farbe (rot, grün, gelb), sondern natürlich auch in ihrer Größe und ihrem Geschmack. Von sauer bis süß ist alles dabei. Auch ihre Wirkung ist ganz unterschiedlich.


Die Wirkung des Apfels

Der Apfel ist nicht nur eine leckere Frucht – sondern hat sich schon längst auch als Heilmittel verdient gemacht.

An apple a day keeps the doctor away! Den Spruch kennt vermutlich jeder von uns. Aber stimmt er auch? Ob alle Wirkungen, die dem Apfel nachgesagt werden auch eintreten, können wir nicht nachweisen – aber es wird ganz sicher etwas dran sein.



Äpfel sind reich an Vitaminen (A, B und C), organischen Säuren (Dextrose, Pektine, Wachs, Salizylsäure, Gerbsäure), Spurenelementen (Eisen, Kupfer, Mangan) und Mineralstoffe (Kalium, Natrium und Kalzium.). Je nach Sorte und Jahreszeit ist deren Gehalt allerdings unterschiedlich.

Der Apfel ist also insgesamt ein hervorragender Vitaminspender. Das Wertvollste sitzt dabei direkt unter der Schale. Deswegen sollte sie unbedingt mitgegessen werden.

Aber der Apfel kann noch so viel mehr. Er ist ein wertvolles Heilmittel für das Verdauungssystem und den Stoffwechsel.

Wer von uns kennt nicht den fein geriebenen Apfel, den wir als Kinder bei unseren Müttern und Omas gegen Durchfall verabreicht bekommen haben? So hilft er sogar auch bei ernsthaften Durchfallerkrankungen.
Ein fein geriebener Apfel kann aber auch als Schönheitsmaske verwendet werden.

Morgens auf nüchternen Magen einen rohen Apfel gründlich zu kauen, bewirkt allerdings genau das Gegenteil. Auf diese Weise gegessen, bringt er den Darm erstmal in Schwung. Überhaupt soll ein Apfel am Morgen wach machen – während er am Abend gegessen den Schlaf verbessert.

Zwei Äpfel am Tag halten angeblich einen Herzinfarkt ab.

In der Schwangerschaft hilft ein Apfel vor dem Aufstehen gegen die morgendliche Übelkeit.

Seine Wirkstoffe reinigen zudem das Blut, so dass ein regelmäßiger Apfelgenuss bei Rheuma, Gicht, Arteriosklerose und anderen Stoffwechselerkrankungen helfen kann.

Angeblich wirkt eine Apfelkur, wenn man sich das Rauchen abgewöhnen möchte. Dabei isst man drei Tage lang ausschließlich Äpfel. Es sollten täglich etwa sieben Früchte verzehrt werden. Dadurch bekommt man eine Abneigung gegen das Rauchen. Aber auch bei Nichtrauchern regt diese Kur den Stoffwechsel an und bringt das Verdauungssystem in Schwung. Auch ein Tee aus den Blättern wirkt ähnlich anregend.

Bei Heiserkeit tun gebratene Äpfel mit Honig besonders gut. Ein Apfelschalentee dagegen hilft gegen Nervosität und geistige Erschöpfung.

Und erst kürzlich fand man heraus, dass der Apfel auch das Risiko verringert, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken.

In Finnland und den USA gibt es Studien die belegen, dass Menschen, die regelmäßig Äpfel essen seltener an Darm- und Lungenkrebs erkranken.

Wunder sollte man bei all den wahnsinnig guten Eigenschaften allerdings nicht erwarten. Denn es kommt natürlich auch immer sehr auf den geführten Lebensstil an.



Ein paar Tipps

• Äpfel sollten immer mit Schale gegessen werden. Denn mit ihr nimmt man die meisten Vitamine zu sich.
• Aus der Schale lässt sich ein wirksamer Tee kochen. Einfach den Apfel schälen, die Schale an der Luft trocknen lassen und mit heißem Wasser übergießen. Ein perfekter Start in den Tag.
• Geriebener Apfel ist nicht nur als Medizin zu verwenden, sondern schmeckt auch hervorragend in einem Salat. Er gibt ihm eine angenehme Süße.
• Wenn möglich immer auf die regionalen Sorten zurückgreifen.
• Am besten die Äpfel im eigenen Garten ernten oder vom nahegelegenen Bauernhof kaufen.
• Nicht vom Aussehen blenden lassen. Je glänzender der Apfel und je länger er sich hält, umso größer die Gewissheit, dass er chemisch behandelt wurde. Auf Bio achten.
• Äpfel, die nicht gegessen werden, kann man wunderbar zum Backen verwenden – oder zu Apfelmus einkochen und so haltbar machen.

Wissenswertes

1. Der Apfel gehört botanisch zur gleichen Familie wie die Rose.
2. Apfelbäume brauchen 5 Jahre, bis sie das erste Mal Früchte tragen. Dafür können sie bis zu 100 Jahre alt werden.
3. Es werden mittlerweile wieder verstärkt ältere Sorten gezüchtet, da diese widerstandsfähiger und vitaminreicher sind.
4. Äpfel reifen bei Raumtemperatur bis zu 10 Mal schneller. Optimale Lagerbedingung wäre eine Temperatur von ca. 3°C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Also ab in den Keller mit den Äpfeln.
5. Äpfel verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst und Gemüse beschleunigt. Sie sollten deswegen immer abseits der allgemeinen Obstschale gelagert werden.
6. Streuobstwiesen bieten über 5.000 Tier- und Pflanzenarten Unterschlupf und gehören damit zu den artenreichsten Lebensräumen.

Und zum Schluss noch was zum Schmunzeln

Friedrich Schiller hatte bekanntlich immer einen angefaulten Apfel in seiner Schreibtischschublade. Angeblich hat ihn der Geruch zu besseren Leistungen inspiriert. Goethe dagegen nicht – er musste sich wohl wegen des Geruchs vor der drohenden Ohnmacht an die frische Luft retten.

Zu Halloween spielt man in den USA "Apfelfischen". Jeder Teilnehmer setzt einen Apfel in eine Wasserschale, den er vorher für sich markiert hat. Dann versucht jeder, einen Apfel mit Mund und Zähnen herauszufischen - der Eigentümer, dessen Apfel man fischt, wird der Ehepartner.

Der Apfel gilt als weiblich. Das ist der Grund, warum bei der Geburt eines Mädchens immer ein Apfelbaum gepflanzt wurde. Bei Jungen ist es ein Birnenbaum.

Es gibt seit 2010 den „Tag des Apfels“ – immerhin isst jeder Deutsche im Schnitt 246 Äpfel im Jahr



Schon unseren neuen Tee probiert? Im ZARTSCHMELZER haben wir unter anderen leckeren Zutaten auch unsere Äpfel verarbeitet. Seeeeeeehr lecker.

Bleibt gesund!